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Volksmärchen der Deutschen, Erster Band

Mit Illustrationen von Rudolf Jordan, Georg Osterwald, Ludwig Richter und Adolph Schroedter

Erschienen am 24.01.2022, 1. Auflage 2022
38,00 €
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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783966622202
Sprache: Deutsch
Umfang: 436 S.
Format (T/L/B): 3.4 x 21.1 x 14 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Volksmärchen sind keine Volksromane, oder Erzählungen solcher Begebenheiten, die sich nach dem gemeinen Weltlaufe wirklich haben zutragen können; jene veridealisieren die Welt, und können nur unter gewissen konventuellen Voraussetzungen, welche die Einbildungskraft, solang sie ihrer bedarf, als Wahrheit gelten läßt, sich begeben haben. Ihre Gestalt ist mannichfaltig, je nachdem Zeiten, Sitten, Denkungsart, hauptsächlich Theogenie und Geisterlehre jedes Volkes, auf die Phantasie gewirket hat. Doch dünkt mich, der Nationalcharakter veroffenbare sich darin ebensowohl, als in den mechanischen Kunstwerken jeder Nation. Reichtum an Erfindung, Üppigkeit und Überladung an seltsamen Verzierungen, zeichnet die morgenländischen Stoffe und Erzählungen aus; Flüchtigkeit in der Bearbeitung, Leichtigkeit und Flachheit in der Anlage, die französischen Feereien und Manufakturwaren; Anordnung, und Übereinstimmung und handfeste Komposition, die Gerätschaft der Deutschen und ihrer Dichtungen. [Aus dem Vorbericht] Der Neusatz und die Illustrationen folgen der Ausgabe von 1842, erschienen im Verlag Mayer und Wigand.

Autorenportrait

Johann Karl August Musäus (1735-1787), Philologe, Schriftsteller und Literaturkritiker der Aufklärung, der vor allem als Märchensammler und als sowohl satirischer als auch volkstümlicher Erzähler bekannt wurde. An der Universität von Jena studierte er zunächst von 1754 bis 1758 Theologie und wandte sich danach der klassischen Philologie zu. 1763 erhielt Musäus eine Stelle als Pagenhofmeister in Weimar und nahm drei Jahre später eine literaturkritische Tätigkeit als Mitarbeiter der von dem Aufklärer Friedrich Nicolai herausgegebenen Allgemeinen deutschen Bibliothek auf. 1769 wurde er von Anna Amalie, der Herzogin Sachsen-Weimar-Eisenachs, zum Professor der klassischen Sprache und Geschichte am Weimarer Wilhelm-Ernst-Gymnasium ernannt. Er war ein Kritiker des Geniekults und der Empfindsamkeit. Viel Zeit verbrachte er in seinem Sommerhäuschen mit Garten. Dort empfing und pflegte er freundschaftliche Beziehungen mit den Geistesgrößen seiner Zeit, darunter Herzog Karl August, Friedrich Justin Bertuch, Gottfried August Bürger, Johann Gottfried Herder, Johann Kaspar Lavater, Nicolai, Corona Schröter und nicht zuletzt Christoph Martin Wieland, der nach dem Tode von Musäus dessen erfolgreiche Märchensammlung »Volksmährchen der Deutschen«, die viele Auflagen und auch Übersetzungen erlebte, neu herausgab. Er starb am 28. Oktober 1787 in Weimar.